Indien und Nepal bieten jene fünf großen – und noch einige kleinere – Plätze, an denen nach der Überlieferung und archäologischen Erkenntnissen der historische Buddha gelebt und gewirkt hat.
LUMBINI – Geburtsort des Buddha
Hat man mit viel Geduld und Nervenkraft die indisch-nepalesische Grenze passiert, gelangt man nach Lumbini, dem Geburtsort des Buddha, dessen Mutter während der Reise zu ihren Eltern an dem heute auf nepalesischem Gebiet liegenden Ort niederkam.
An dieser Stelle gab es kein Dorf, es wurde jedoch eine Gedenkstätte errichtet, die eine kleine Halle mit einem abgeschabten Relief und einem Stein bietet, an dem der Buddha zur Welt gekommen sein soll. Einige freigelegte Grundmauern zeugen von späteren Tempeln. Es finden sich ein ummauerter Teich mit Bodhi-Baum und eine berühmte Säule, die während der Regentschaft von Kaiser Ashoka im 3. vorchristlichen Jahrhundert errichtet und erst im 19. Jahrhundert von europäischen Archäologen ausgegraben wurde. Dem großen buddhistischen Kaiser Ashoka haben wir es auch zu verdanken, dass man diesen Platz heute überhaupt noch kennt.
Nachdem Lumbini durch die UNESCO als Weltkulturerbe Anerkennung gefunden hatte, ließ man einen Platz von etwa 3 qkm einzäunen, auf dem inzwischen an die vierzig Tempel, Klöster und sogar Meditationszentren errichtet wurden. Weitere befinden sich in Bau. Um sie alle zu besichtigen, kann man hier gut einige Tage verbringen und die sonst in dieser Gegend seltene Stille genießen.
BODHGAYA – Ort der Erleuchtung, das Zentrum aller Pilger
Bodhgaya ist ein Dorf, das durch die vielen Tempel und Zentren in den letzten Jahren mächtig gewachsen ist. Es liegt rund 12 km von Gaya
entfernt. In der Nähe des Dorfes verbrachte der Buddha sechs Jahre mit strenger Übung und Fasten, bevor er diesen Weg der Kasteiung aufgab und unter einem Pippala-Baum (später Bodhi-Baum) im Alter von 35 Jahren die Erleuchtung fand. Schon zu Lebzeiten des Buddha soll dieser Ort eine Pilgerstätte gewesen sein. Der heute noch lebende Baum, der von vielen eisernen Säulen gestützt wird, ist vermutlich ein späterer Ableger des originalen Baumes. Schon im 1. Jh. v. Chr. wurde an dieser Stelle ein Tempel errichtet, der allerdings nach dem 14. Jh. verfallen war und erst Ende des 19. Jhs. während der Vorherrschaft der Briten restauriert wurde. Der Tempel ist 55 m hoch, von sehr schönen Gärten und Terrassen sowie mit Statuen und verschiedenen Stätten umgeben, die alle an historische Ereignisse erinnern. Hier herrscht ständig Hochbetrieb. Anhänger aus verschiedenen buddhistischen Ländern meditieren, rezitieren, umrunden den Tempel und machen ihre Niederwerfungen. Trotz des Trubels lässt sich die besondere Atmosphäre des Ortes genießen.
Ehe man jedoch zum Tempel gelangt, durchquert man die vielleicht einzige Fußgängerzone Indiens mit den typischen kleinen Läden, den allgegenwärtigen Bettlern und den aus Lautsprechern dröhnenden buddhistischen Zufluchtsformeln.
Von Bodhgaya aus empfiehlt es sich, vier wichtige Plätze zu besuchen.
1. Sujatas Platz. Ein kleiner Tempel an dem Ort, an dem der Buddha nach seinem Fasten die erste richtige Speise, einen Milchbrei, zu sich nahm. Manche Restaurants oder Hotels bieten diesen zu empfehlenden Brei zum Frühstück an.
2. Mahakal. Die Höhle, in der der Buddha sechs Jahre lang fastete. Unterhalb der Höhle liegen eine Klinik und eine Versammlungshalle, vorwiegend für Arme, sowie eine Schule.
3. Nalanda. Eine archäologische Ausgrabung der vielleicht größten buddhistischen Universität aus dem 3. – 8. Jh. n. Chr., die zeitweise etwa 10.000 Menschen beherbergte und im 12. Jh. von den Türken völlig zerstört wurde.
4. Rajgir. Hier beginnt der Aufstieg auf den Geierberg, in dessen Höhlen sich der Buddha aufhielt. Hier befindet sich auch eine Plattform, auf der er einige Reden hielt. In der Klosteranlage am Fuße des Berges soll der Buddha einige Regenzeiten verbracht haben.








