Der Mensch isst, was er ist. Kochen und essen soll man im Einklang mit der Natur. Auf genau diesem Prinzip beruht die Ayurveda-Ernährung.
Die Ayurveda-Küche geht davon aus, dass nur, wer sich vollwertig und seinem Typ entsprechend ernährt, gesund bleiben und erfüllt alt werden kann.
Als gesund gelten in erster Linie Lebensmittel, die viel Prana – Lebensenergie – enthalten. Dafür müssen nicht unbedingt exotische Produkte eingekauft werden. Karottengemüse, Schweizer Rösti und Spargelcremesuppe werden den Ayurveda-Prinzipien ebenso gerecht wie Safranreis.
Nach Harmonie streben
Am energetisch wertvollsten sind vegetarische, vollwertige und biologisch angebaute Lebensmittel aus der Region. Neben Herkunft
und Beschaffenheit der Zutaten sind auch die richtige Zeit des Essens, der geeignete Ort für die Mahlzeit und die Gemütsverfassung des Kochs, der die Speisen zubereitet, wichtig. Ratsam ist es, selbst Hand anzulegen. Für Selbstgekochtes gibt es keinen energetischen Ersatz.
In der Ayurveda-Küche geht es darum, die Doshas in der Balance zu halten. Jeder Mensch trägt eine ganz individuelle Dosha-Verteilung in sich, die im Detail nur er – und niemand sonst – hat. Wie diese Dosha-Gewichtung aussieht, ermittelt ein Ayurveda-Therapeut.
Im Ayurveda gilt nicht nur das gängige Motto ‚Du bist, was du isst', sondern darüber hinaus ‚Du isst, was du bist.' Denn welche Ernährung für den Einzelnen passt, entscheidet sich anhand seiner Doshas. Berücksichtigt werden unter anderem Jahreszeit, Konstitution, Alter und die Art der Tätigkeit.
Alle an einem Tisch
Ayurveda-Ernährung bedeutet nicht, dass ab jetzt für alle Familienmitglieder extra gekocht werden muss! Wenn unterschiedliche Dosha-Konstitutionen an einem Tisch sitzen, kann jeder das Gleiche essen, nur die einzelnen Portionen werden unterschiedlich ausfallen. So kann z.B. bei einem Mittagessen mit Reis, Gemüsegericht und Salat jeder von allem essen – nur wird der Vata-Typ z.B.
mehr vom Reis nehmen und etwas weniger vom Salat; der Kapha-Typ wird mehr zu Gemüse und Salat greifen und dafür weniger zu Reis, zusätzlich wird er seine Speisen noch ein bisschen mit Pfeffer nachwürzen. Und der Pitta-Typ kann bei jedem Gang zugreifen, wenn er nicht zu stark gewürzt ist.
Liebe geht durch den Magen
Das alte Sprichwort deutet darauf hin, dass mit der Nahrung nicht nur Nährstoffe für den Körper, sondern auch für die Seele übertragen werden. Die positiven Einflüsse des Kochs, der die Speisen mit menschlicher Wärme und Zuneigung zubereitet, haben direkte Auswirkungen auf die Sättigung und die Zufriedenheit, die man nach einem derart zubereiteten Essen erfährt. Wissenschaftler haben entdeckt, dass diese Faktoren nicht nur einen positiven Einfluss auf unsere Verdauung und unseren Stoffwechsel ausüben, sondern auch unser Immunsystem stärken.
Wer auch in der Küche nach den Prinzipien von Vollwertigkeit, typgerechter Ernährung, Mitgefühl und innerer wie äußerer Ausgeglichenheit handelt, erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch die physische und psychische Gesundheit – von sich und seiner ganzen Familie.
Ayurveda-Ernährungstipps
Gesundheit ist nach dem Ayurveda nichts Selbstverständliches; vielmehr muss sie durch aktive, vorbeugende Maßnahmen erhalten werden. Hier die wichtigsten Ernährungsratschläge:
*Essen Sie Ihrem Dosha gemäß und ernähren Sie sich in erster Linie mit sattvischen, d.h. vegetarischen, vollwertigen, frischen und chemisch oder gentechnisch unbelasteten Lebensmitteln.
*Keine Zwischenmahlzeiten für Erwachsene. Essen Sie erst dann, wenn Sie wirklich hungrig sind und die vorhergehende Mahlzeit verdaut ist.
*In ein und derselben Mahlzeit kombiniert der Ayurveda kein rohes Obst mit rohem oder gekochtem Gemüse. Ebenso verträgt sich Milch nicht mit Salzigem oder Saurem.
*Abends bekommen uns weder säuerliche rohe Früchte noch Sauermilchprodukte.
*Kochen und backen Sie nicht mit Honig, denn erhitzter Honig mit seinen veränderten Inhaltsstoffen erzeugt Ama.
*Wählen Sie Ihren Essplatz bewusst aus. Essen Sie nur in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre und lassen Sie sich Zeit dabei. Da Sie beim Essen nicht nur Nährstoffe, sondern auch Prana (Lebensenergie) aufnehmen, sollten Sie sich überlegen, wo, mit wem und wie Sie Ihre Mahlzeiten einnehmen wollen.
*Bereiten Sie Ihre Speisen in gelöster, fröhlicher und glücklicher Atmosphäre zu. Denn ein glücklicher und zufriedener Koch schafft glückliche und zufriedene Esser.








