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17. Mai 2012

Letztes Update:20:46:22

Alles, was man sagen kann...

Protest-Service

UW74SER-Alles_was_manWarum sich von Unilever, Nestlé, Gillette und Co. ständig verarschen lassen?

Protest ist Bürgerrecht. Und ‚in' ist er auch. Protest gegen Stuttgart 21, Castor-Transporte, das Kernkraftwerk in Zwentendorf und die Verbauung der Hainburger Au. Es gibt viele gute Beispiele für gelungene und misslungene Proteste. Die Österreicher mögen in dieser Disziplin ohnehin ein wenig erfolgreicher als die Deutschen sein.

Aber nicht nur die großen Proteste sind wichtig, heute wollen wir Anregungen für Proteste im Kleinen geben und was scheint da besser geeignet als der Supermarkt? Eine neue EU-Verordnung besagt, es muss in einer Verpackung nicht mehr die Menge drinnen sein, die sie von außen verspricht. Soll das ein Lehrbeispiel für Leerheit darstellen? Wohl kaum. Außen schaut es wie ein Kilo aus und hinein geben die schlauen Manager dann nur ein viertel Kilo oder einen halben Kilo, je nachdem, wie das Geschäft gerade läuft. Aber es geht noch perfider und trickreicher. Unlängst stehe ich unter der Dusche, denke nichts Böses, Vernünftiges natürlich auch nicht, und möchte mich rasieren. Zwei Dinge fallen mir auf und die will ich mit Ihnen teilen. Erstens: Ich drücke auf den Auslöseknopf für das Herausquellen des Rasiergels. Nanu, denke ich, eine ganze Handvoll!? Die Menge brauche ich gar nicht, ist nur gut für das Geschäft – der anderen. Für die Umwelt und meine Börse nicht. Hier haben die schlauen Manager noch eins draufgesetzt: Es ist nicht nur weniger drin in der Packung, von dem wenigen kommt auch noch zu viel auf einmal heraus. Aber wie ist das möglich? Und ich löse das Geheimnis. Die Löcher werden immer größer, der Mechanismus wird immer leichter. Man muss ein geübter Feinmechaniker sein, um richtig zu dosieren.

Nachdem ich das Problem mit dem Gel gelöst hatte, griff ich zum Rasierer, 4-fach von Gillette. Nanu, schon wieder stumpf?! Das ist nämlich der zweite Trick der Rasiererindustrie – immer mehr Klingen und offensichtlich immer schlechtere Qualität. Der simple Einklingen-Rasierer von Bic ist viel besser – und viel billiger. Am besten sind allerdings die Rasierer für Damen. Die sind offensichtlich empfindsamer und lassen sich nicht alles gefallen auf ihrer Haut. Dafür schmieren sie sich zu viel anderen Blödsinn drauf, aber das ist eine andere Geschichte.

Meine Frau ist übrigens eine Naschkatze und liebt Konditoreien. Unlängst stellte sie erstaunt fest, dass sie trotz des steten Bemühens, nicht so gierhaft zu sein, in der Konditorei zunehmend das Bedürfnis verspürt, statt eines Stückes Torte – wie bisher – ein zweites Stück zu bestellen. Nach dem ersten Stück ist sie nicht satt. „Bin ich wirklich sooo gierig?", fragt sie mich. Ja, natürlich ist sie das – wer nicht? Doch unabhängig davon habe auch ich an mir dasselbe Phänomen beobachtet. Und was ist der Grund? Schon wieder die Gier? Nein, die Kuchenstücke werden immer kleiner!

Also nächstes Mal nicht nur in Stuttgart demonstrieren, sondern schon beim Einkauf um die Ecke und vor allem in der Konditorei. Ihrer Geldbörse und der Umwelt zuliebe!

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