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30. Juli

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Einführung in die Meditation

Ein Weg zu unserer Buddha-Natur

UW77SCHW-Ein_Weg_zu_unserer_buddha_NaturWas ist eigentlich Meditation und wofür soll sie gut sein? Diese jahrtausendealte Tradition kann uns heutige Menschen vom Leid befreien. In abendländisch-philosophischer Tradition wird ‚Meditation' oft als intensives Nachdenken verstanden, nehmen wir etwa Descartes´ berühmte 'Meditationes de prima philosophia'.

Doch genau dies urteilende Intellektualisieren ist eben nicht gemeint, wenn wir von Meditation im spirituellen Kontext sprechen. Dort geht es im Gegenteil um die Durchbrechung intellektueller Konzeptketten zur Freilegung des Ursprunges aller Erkenntnis: der Intuition. So erfährt der Geist alle erscheinenden Phänomene unmittelbar in ihrer Selbstgegebenheit.

Meditation bezeichnet neben dem Ziel auch die Methoden zur Erzeugung solcher besonders konzentrierter und zugleich offener Bewusstseinszustände.

Im engeren Sinne handelt es sich um Trancezustände verschiedener Qualitäten, die Zugänge zum Unbewussten als auch hohe Aufmerksamkeit und Einsicht ermöglichen. Derartige Zustände sind menschlich universal und waren wahrscheinlich in allen Kulturen bekannt. Schon aus der bronzezeitlichen Indus-Kultur ab 2600 v. Chr. sind Specksteinsiegel mit in Meditationshaltung sitzenden Menschen bekannt.

Im frühen und mittelalterlichen Christentum gab es mystische Strömungen, die eine unmittelbare Gotteserfahrung mittels Gebet und Kontemplation anstrebten. Manches katholische Kloster nutzt heute Zen-Meditationen. Auch der Islam hat einen mystischen Zweig, den Sufismus. Im chinesischen Taoismus gibt es Meditationen zur Lenkung der Lebenskraft. Vermutlich setzten viele Meditationskulturen historisch auf Trancepraktiken eines älteren Schamanismus auf.

Die ersten schriftlichen Überlegungen zu Meditation findet man in den Urquellen der indischen philosophischen Tradition, den Veden und Upanishaden, deren Entstehung teilweise bis in die vorbuddhistische Zeit um 1200 v. Chr. zurückreicht. Sie gelten als Sammlung von Offenbarungen verschiedener Seher und Denker und als Ursprung universalen Wissens über das Sein. Man findet inUW77SCHW-Ein_Weg_zu_unserer_buddha_Natur2 den jüngeren Upanishaden (bis 500 v. Chr.) Hinweise auf eine Art ‚wachen Schlaf', auch turiya genannt, der vierte Zustand neben Wachen, Traum und Tiefschlaf: „Wenn dies eintritt: eingeschlafen, gesammelt, frei von Trübung, erkennt er kein Traumgesicht. Das ist das Selbst [...], das ist das Unsterbliche, Ungefährdete, das ist das brahman" (Chandogya-Upanishad 8.11.1). Brahman ist die absolute Wirklichkeit, oft im Sinne einer göttlichen Allseele verstanden.

Die Upanishaden sind ein Fundament des Yoga, eines meditativen Weges zur Selbsterkenntnis des Absoluten. Schon in vorchristlicher Zeit wurde die Essenz der Yoga-Lehre von Patanjali im Yoga-Sutra systematisiert. Ab dem 12. Jh. kam – mit Einfluss des tantrischen Buddhismus – im Hatha-Yoga die Integration des Körpers hinzu, um mit dem ganzen Sein das Absolute zu erfahren. Yoga ist mehr als Gymnastik.

Auf dem Weltkongress der Religionen 1893 in Chicago hatte Swami Vivekananda den Yoga im Westen bekannt gemacht. Heute praktizieren mehrere Millionen Deutsche Yoga-Übungen, mehrheitlich Frauen, zum Teil sogar von Krankenkassen gefördert.

Der historische Buddha Shakyamuni kannte bereits den Yoga und die alten Schriften und hatte bei asketischen Meistern gelernt, bevor er im 6. Jh. v. Chr. seinen eigenen Weg zur Erleuchtung fand und lehrte.



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