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17. Mai 2012

Letztes Update:20:46:22

Sex im Alter

UW78SCHW-Sex_im_AlterWelche körperlichen und geistigen Dimensionen der Sex im Alter hat und warum Sex eine Quelle von Lust und Freude, aber auch eine lebenslange – spirituelle – Übung sein kann.

Will man im Alter guten Sex haben, muss man in der Jugend mit dessen Übung beginnen. Alles, was wir im Alter können wollen, können wir nur, wenn wir es gelernt haben, bevor wir alt waren. Im Alter kann man gut loslassen, weise werden und vieles mehr, doch zum Lernen von Neuem ist es wenig geeignet. Dazu gehören die Jugendjahre.

Muss man im Alter überhaupt (guten) Sex haben? Gehört Sex nicht zu den Dingen, die man besser beizeiten loslässt? Für manche Menschen mag das zutreffen. Dafür könnte sprechen, dass ihnen Sexualität mehr Frust und Ärger als Freude und Lust bereitet hat. Es kann aber auch sein, dass sie sexuelle Energie sublimieren und für anderes verwenden wollen. Das muss ja nicht bedeuten, dass sie gar keine körperlichen Berührungen oder keinen liebevollen körperlichen Umgang mit anderen Menschen pflegen – doch der folgende Artikel gilt dann nicht für sie. In ihm geht es explizit darum, sich auch im letzten Lebensabschnitt mit dem anderen Geschlecht vereinen zu können und zu wollen. Je nachdem, wie man das tut, wird das körperliche und geistig-seelische, also spirituelle Auswirkungen haben. Um die dritte Dimension der Sexualität, die Vermehrung, geht es nicht mehr. Sie fällt bei der Frau zwischen 40 und 50 weg, beim Mann dürfte sie bis in seine 80er Jahre erhalten bleiben. Aber auch vom alten jungen Vater soll hier nicht die Rede sein. Er scheint mir ohnehin kein großer Ausdruck für Reife zu sein.

Will man im Alter guten Sex haben, muss man in der Jugend mit der Übung dazu beginnen. Ist Sex also auch eine Übung? Meines Erachtens ja, vor allem guter Sex, doch was bedeutet schon gut? Bei beidem, sowohl der Übung als auch dem Wort ‚gut', gibt es große Missverständnisse. Pornografie nimmt enorm zu, im Internet und auch jenseits davon. Das, was dort gezeigt wird, gilt bei jungen Menschen oft schon als gut. Das zeugt wieder einmal von der Ahnungslosigkeit der Jungen. Manchmal ist es aber auch anders. Unlängst sah ich eine kurze pornografische Episode, in der eine junge Frau ekstatischen, lustvollen Sex und einen ebensolchen Orgasmus hatte. Danach schien sie gelöst und liebevoll. So etwas ist selten. Meistens geht Pornografie mit Gewalt und Erniedrigung einher, es geht rasch und oft zur Sache und diese wird mit ausdruckslosen, gelangweilten Gesichtern abgespult. Das hat, außer mit dem körperlichen Akt, gar nichts mit Sex zu tun – mit gutem erst recht nicht.



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