ursache.at

06. Februar 2012

Letztes Update:12:32:50

HOME > Gesundheit > Psychologie > Sag mir, wer ich bin

Othmar Hill über Persönlichkeitstests

Sag mir, wer ich bin

UW73SCHW-Sag_mir_wer_ich_bin2Wie finde ich heraus, wer ich bin? Gibt es Tests, die uns dabei unterstützen können? Der österreichische Wirtschaftspsychologe Dr. Othmar Hill über Sinn und Nutzen von Persönlichkeitstests.

 

U&W: Wie kann ich – psychologisch betrachtet – herausfinden, wer ich bin?

Es gibt mehrere Bereiche, die von entscheidender Bedeutung sind; der wichtigste ist jedoch die Persönlichkeit und woraus sie sich zusammensetzt. Dazu gibt es viele Theorien, die landläufigste ist, dass sich jede Persönlichkeit aus einigen prägnanten Zügen zusammensetzt. Wir haben dafür ein eigenes Kompetenzanalyse-System, die HILL Kompetenzanalyse©, erarbeitet, die die drei wichtigsten Bereiche behandelt: Handlungsdynamik, soziale Kompetenz, psychische Konsistenz und jeweils vier bzw. drei Merkmale abfragt.

Warum sind gerade diese Komponenten so wichtig?

Es stellt sich die Frage, was ein Mensch in oder aus seinem Leben machen möchte. Hierfür bieten sich sogenannte Berufsinteressenstests an, mit denen wir herausfinden können, ob jemand einen flexiblen oder geregelten Arbeitsplatz, ob er leiten oder unterstellt sein möchte, ob ihn innovative oder konservative Werte ausmachen. Aus diesen Bereichen lässt sich dann das Berufsumfeld ‚ausfindig machen'. Danach kommt die Frage, wo er arbeiten möchte. Wir unterscheiden zwischen sechs Bereichen: Wirtschaft, Technik, Umwelt, Kunst/Kultur, Soziales und Politisches – denn das sind die Basisinteressen.

Ist die Intelligenzausprägung ein ausschlaggebender Faktor in der Berufswahl?

Das ist genau der große Denkfehler, der in der Gesellschaft gerne gemacht wird. Die meisten universitären Studien können ab einem Intelligenzquotienten (IQ) von 90 bewältigt werden. Für das Medizin- und Jus-Studium ist – um ehrlich zu sein – ‚nur' ein gutes Gedächtnis vonnöten. In der westlichen Welt wird alles über die Leistung definiert, das ist aber ein Irrweg. Es ist schon klar, dass jemand, der ein Buchhalter werden möchte, kein Legastheniker sein sollte und bei Technischer Chemie geht es unter einem IQ von 120 auch nicht. Bei uns wird immer die Eignung über die Leistung definiert anstatt über die Neigung. Das ist aber falsch, denn die Neigung ist zu 80 Prozent ausschlaggebend, um im Berufs- oder auch im Privatleben Erfolg zu haben. Bei der Frage „Wer bin ich?" geht es auch immer um die Fragen „Wohin bin ich geneigt?" und „Wofür brennt mein Herz?"

Und was ist, wenn man für keinen der Bereiche brennt?

Dann würde ich eine Psychotherapie vorschlagen, denn dann muss die Seele verstopft sein.

Was hat die Suche nach mir selbst mit meiner Herkunftsgeschichte zu tun?

Die Herkunftsfamilie prägt einfach, unser kultureller und sozialer Background kann nicht ungeschehen gemacht werden.



Kommentar schreiben