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17. Mai 2012

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Ayurveda

"Wir brauchen mehr Forschung"

Ayurveda Wissenschaft ForschungWissenschaftliche Untersuchungen nach schulmedizinischen Standards über die Wirksamkeit von Ayurveda-Behandlungen stecken noch in den Kinderschuhen. Das soll sich aber bald ändern.

Ayurveda, die ‚Traditionelle Indische Medizin', kurz TIM genannt, zählt zu einem der ältesten Gesundheitssysteme der Menschheit. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO als medizinische Wissenschaft anerkannt, sind allein in Indien mehr als 300.000 ayurvedische Ärzte registriert und an über 200 von der indischen Regierung anerkannten Universitäten und Fachhochschulen wird die ayurvedische Medizin systematisch gelehrt und praktiziert.

Die wachsende Anzahl von Kliniken mit Ayurveda-Angeboten in Europa, die zunehmende Berücksichtigung von Ayurveda bei der Erstellung universitärer Lehrmaterialien sowie die Gründung universitätsassoziierter Ausbildungsinstitute weisen ebenfalls auf die immer größer werdende Bedeutung dieses differenzierten südasiatischen Heilsystems hin. Seit 2009 besteht in Europa zudem die Möglichkeit, einen nach Bologna-Kriterien anerkannten Studiengang für Ayurveda mit einem ‚Master of Science' abzuschließen.

Besonderheiten des Ayurveda
Der Ayurveda ist als ganzheitliches und mehrdimensionales Medizinsystem stets individuell ausgerichtet und folgt komplexen multimodalen Diagnose- und Therapiepfaden. In ayurvedische Diagnose und Therapie werden sämtliche Faktoren, die sich positiv auf Krankheitsverlauf und Gesundheitserhaltung eines Menschen auswirken können, mit einbezogen. Insbesondere durch Kombinationen verschiedener Therapieelemente sollen synergistische Effekte erzeugt und für individuelle Heilungsprozesse nutzbar gemacht werden. Dazu gehört unter anderem das reichhaltige Instrumentarium äußerer ayurvedischer Anwendungen wie Massagen, Güsse, Bewegungstherapien oder Dampfbäder, aber auch Ernährungsberatung und Ernährungsergänzung, Lebensstilberatung, Phytotherapien, Yoga-Übungen und die bekannten Ausleitungsverfahren des Panchakarma.

Ayurveda ist jedoch nicht nur ein medizinisches System, sondern zugleich eine Lebensphilosophie. Die Philosophie des Ayurveda hat im Laufe der Jahrtausende komplexe medizinische Theorien hervorgebracht. Sie postuliert eine grundsätzliche Harmonie zwischen dem Mikrokosmos Mensch und dem Makrokosmos Umwelt. Zudem berücksichtigt Ayurveda eine Vielzahl von Faktoren, die den Patienten in seiner Individualität ausmachen und charakterisieren.

Ayurveda bei chronischen Erkrankungen
Chronische Erkrankungen sind ein ausgewiesenes Spezialgebiet des Ayurveda. Das traditionelle ayurvedische Naturheilkundesystem ist hier oft besonders erfolgreich und kann bei der Behandlung chronischer Erkrankungen sehr gute Ergebnisse erzielen. Dies ist vor allem auch deshalb bedeutsam, da chronische Erkrankungen zu den größten epidemiologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen moderner westlicher Gesellschaften gehören. Ayurveda liefert in diesem Bereich vielversprechende, teils über Jahrtausende empirisch etablierte und in Südasien bis zum heutigen Tage gesellschaftlich breit angewandte Therapieansätze, vor allem auch bei folgenden Erkrankungen:

*Rheumatische Erkrankungen
*Autoimmunerkrankungen
*Stoffwechselerkrankungen
*Entzündliche Darmerkrankungen
*Schmerzsyndrome
*Burnout, chronische Erschöpfung, Fatigue-Syndrome
*Depression, Angst, Stress
*Neurologische Erkrankungen



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