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17. Mai 2012

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Daisaku Ikeda, Soka Gakkai, and the Globalization of Buddhist Humanism

Encountering the Dharma

Encountering_the_DharmaSoka Gakkai International (SGI) ist eine auf dem Nichiren-Buddhismus basierende Laienorganisation. Diese ‚Werteschaffende Gesellschaft' zählt rund 12 Millionen Mitglieder in 192 Ländern und Regionen, darunter auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Begonnen hat alles 1930 in Japan, als der Lehrer Tsunesaburo Makiguchi und dessen Schüler Josei Toda die Soka Kyoiku Gakkai (‚Werteschaffende Gesellschaft von Erziehern') gründeten. Als Reaktion auf das starke Wachstum weltweit wurde 1975 die Soka Gakkai International (SGI) gegründet, als deren Präsident Todas Nachfolger Daisaku Ikeda bis heute fungiert.

Interessant ist diese Bewegung mindestens aus drei Gründen: Da wäre erstens ihr Bemühen, im Geiste des Buddhismus einen ‚Beitrag zu leisten für Frieden, Kultur und Erziehung', zweitens der bemerkenswerte Erfolg in puncto Wachstum und politischem Einfluss sowie drittens ihr schlechtes Image, insbesondere in Japan.

Der schlechte Ruf hat viel mit den Missionierungsbestrebungen der Soka Gakkai sowie ihrem politischen Einfluss im Ursprungsland zu tun. In diesem Zusammenhang ist die politische Abspaltung Komeito (wörtlich ‚Gerechtigkeitspartei') zu nennen, die naturgemäß öffentliche Debatten hervorruft – nicht zuletzt deshalb, weil in Japan grundsätzlich die Verbindung von Religion und Staat untersagt ist.

Für Menschen, die außerhalb Japans mit Soka Gakkai zu tun haben, dürften aber mehr deren Bekehrungsmethoden von Interesse sein. Vor allem in der Anfangszeit wurde ‚Shakubuku' praktiziert (wörtlich ‚brechen und unterwerfen'). Ein militantes und anderen Religionen gegenüber intolerantes Auftreten ist heute nicht mehr zu beobachten. Die hierarchische Organisationsstruktur ist hingegen geblieben. Und es soll in Japan eine eigene Vereinigung der Soka-Gakkai-Opfer existieren. Der Sektenverdacht steht also weiterhin im Raum. Wie berechtigt er ist, lässt sich kaum von außen einschätzen.

Leichter beurteilen lässt sich hingegen die Qualität der in Buchform erschienenen Studienergebnisse zu diesem Thema, welche der Religionswissenschaftler Richard Hughes Seager in der University of California Press publiziert hat. Im Falle von ‚Encountering the Dharma' handelt es sich um ein unübersehbar persönliches Buch, das eine Reise in die Welt der Soka Gakkai dokumentiert. Und als solches ist es zweifelsohne als gelungen zu bezeichnen.

Das Buch ist eindeutig in einem Pro-Soka-Gakkai-Ton verfasst. Seager bemüht sich jedoch, Distanz zu wahren und seine Kritikfähigkeit im Verlauf der Auseinandersetzung mit der Thematik nicht zu verlieren. Gegen Ende stellt er abwiegend fest: „Durch das Geschick ihrer Führer und die Hingabe ihrer Mitglieder wurde sie ein formidables und, wie ich denke, ein recht bewundernswertes Netzwerk kreativer und produktiver Institutionen, auch wenn sich viele Jugendexzesse in den historischen Aufzeichnungen finden lassen." Wer sich intensiv mit Soka Gakkai beschäftigen möchte, wird um dieses Werk nicht herumkommen. Doch man sollte auch andere Quellen konsultieren.

Via google books lässt sich der Band zumindest teilweise kostenfrei online lesen: http://books.google.com/books?id=utaH3TyPf2EC&dq=Dharma

Und in der Ursache&Wirkung-Ausgabe 9/2006 findet sich ein ausführlicher Artikel über Soka Gakkai mit dem Titel ‚Das Vermächtnis des Nichiren'.

STUDIE

UC Press 2006; 21,99€; 245 Seiten
Rezensent: Christian Rieder

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